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Champcar Historie
In der Rubrik "Champcar Historie" soll die Vergangenheit und die Entstehung der Champcar World Serie kurz dargestellt werden. Da hier persönliche Ansichten und Empfindungen der Geschehnisse dargestellt werden, kann die Richtigkeit der Angaben nicht garantiert werden.
1909 - Austragung der National Champion Race Series durch die American Automobile Association (AAA), die Fahrzeuge nennt man Championship Cars, kurz Champcars.
1911 - Austragung des ersten Indy500 auf dem Indianapolis Motor Speedway (IMS).
1956 - Der United States Auto Club (USAC) übernimmt die Kontrolle der Rennserie. Die American Automobile Association (AAA) zieht sich aus der Organisation von Autorennen zurück. Durch die Popularität der Indy500 werden die Fahrzeuge Indycars genannt.
1978 - Gründung der C.A.R.T. (Championship Auto Racing Teams) durch
Roger Penske, Pat Patrick und Dan Gurney (White Paper). In Phoenix
wird am 11. März 1979 das erste Rennen unter der neuen Dachorganisation
gefahren. Bis 1981 tragen C.A.R.T. und USAC die Rennen der Meisterschaft
aus. Der Sports Car Club of America (SCCA) ist das Kontrollorgan
der Meisterschaft.
1979 - PPG wird Series - Sponsor. Die Serie heißt jetzt PPG IndyCar World Series.
1981 - Das Indianapolis 500 ist das letzte von der USAC geführte
Rennen der Meisterschaft, somit übernahm C.A.R.T. die komplette
Kontrolle der Rennserie.
1991 - Tony George (IMS Präsident) fordert eine neue Dachorganisation,
genannt Indy Car Inc., C.A.R.T. ist nicht einverstanden.
1992 - Tony George gründet die Indy Car Inc. während C.A.R.T. den
Namen IndyCar vom IMS lizensiert. Der IMS Präsident beklagt die
Internationalisierung der C.A.R.T. und den Rückgang der Bedeutung
des Indy500.
1996 - Tony George gründet die Indy Racing League (IRL) als Konkurrenzserie
zu C.A.R.T.. Die USAC kontrolliert die Rennen der IRL. Das Indy500
ist nun Teil der IRL. Drittklassige Fahrer und Teams fahren in Indianapolis,
während die Stars in Michigan beim US500 der C.A.R.T. um den Sieg
fahren. Das Indy500 verliert massiv an Bedeutung. Somit wird ein
offener Krieg zwischen C.A.R.T. und IRL entfacht, welcher den US
Formelsport in eine nie da gewesene Krise stürzt. Ende des Jahres
verlor CART die Rechte an der Bezeichnung "IndyCars".
2001 - C.A.R.T. trägt erstmals Meisterschaftsläufe in Europa au.
Der Lausitzring ist Austragungsort des Memorial 500 nach dem Attentat
vom 11. September 2009.
2003 - Der Promoter des LongBeach Rennens Chris Pook übernimmt
die Verantwortung für die C.A.R.T. Serie. In den Jahren zuvor wechselten
viele Hersteller (Honda, Toyota) und Teams (Penske, Ganassi, Andretti
- Green) in die von Tony Goerge subventionierte IRL. Chris Pook
steht vor einem Scherbenhaufen, ende des Jahres meldet C.A.R.T.
Insolvenz an. Paul Gentilozi, Gerald Forsythe und Kevin Kalkhoven
bilden die OWRS (Open Wheel Racing Series) mit dem Ziel die insolvente
C.A.R.T. Serie weiterzuführen und neu aufzubauen.
2004 – 2007 - Es scheint eine Ewigkeit her zu sein, als die Geschäftsleute
Kevin Kalkhoven, Gerry Forsythe, Paul Gentilozzi und Dan Petit im
Januar 2004 die Reste der bankrotten Champcar Serie aufkauften.
Aus Liebe zum Motorsport entschieden sich die vier Teambesitzer,
die durch Missmanagement und dem seit 1996 andauernden „Bürgerkrieg“
mit der IRL gebeutelte Serie von Grund auf zu sanieren.
Man stellte einen Geschäftsplan vor und konnte verhindern, dass
Tony George (der von vielen bis heute als Ursache allen Übels angesehen
wird) die begehrenswerten Reste von C.A.R.T. aufkaufte und in seine
IRL eingliederte. Für die Fans der Serie sind die Worte des Richters
Frank J. Otte: “I think I’ve heard enough. Based on the information
I have been given and based on the report of the Creditors’ Committee,
I approve the sale of the assets and transfer of the liabilities
to OWRS.” legendär.
Es entstand eine Aufbruchsstimmung; Fans, Journalisten und Wegbegleiter
der ehemaligen C.A.R.T.-Serie schöpften Hoffnung und die neuen Besitzer
erfreuten sich hoher Beliebtheit. Schon bald waren Sie als "Die
Amigos“ bekannt.
Kalkhoven und Forsythe, welche den größten Anteil an der Champcar World Series
(CCWS) besitzen, gelang mit dem Kauf von Cosworth ein Coup, der
die Ausrüstung der CCWS mit Motoren langfristig sicherstellte. Der
bei den Fans so beliebte 2,65 Liter Cosworth XFE Turbomotor mit
750 PS und seinem unverwechselbaren Klang blieb der Serie erhalten.
Als nächsten Schritt hat man die Rechte für die Schlüsselrennen
in Toronto, Mexiko City und Long Beach erworben. So konnte verhindert
werden, dass die IRL das Top Event der Champcar World Series in
Long Beach übernimmt. Weiterhin wurden die „Money Loser“ unter den
Rennen abgestoßen und das Konzept des „Festival of Speed“ etabliert.
Die Tatsache, dass in diesem Zuge alle Ovalrennen mit der Zeit verschwanden,
ist umstritten aber laut Kalkhoven ein notwendiges Übel, um die
Serie zu konsolidieren.
Die „Amigos“ schienen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Die Champcar
Atlantic Serie wurde als Nachwuchsformel für die CCWS reformiert,
indem ein neues Auto und einträgliche Preisgelder etabliert wurden.
Mit der Saison 2006 mündete diese Änderung in einen regelrechten
Boom. Die Generalprobe für den Umbruch der „Großen“ war gelungen.
Im folgenden Jahr sollte dieser Erfolg bei den Champcars wiederholt
werden. Die CCWS- Bosse, allen voran Kevin Kalkhoven und der Champcar
Präsident Steve Johnson, sprachen von dem „Breakout Year“ 2007.
Die Vorzeichen standen auf Erfolg.
Mit ABC / ESPN hat man von 2007 bis 2011 schließlich ein adäquates
Fernsehpaket geschnürt. Nachdem man zuvor mit SpykeTV und Speed
nicht jeden Haushalt der USA erreichen konnte, ist man seit 2007
wieder dauerhaft bei den großen Sendern präsent. Im Umkehrschluss
erhoffte man sich dadurch ein gesteigertes Sponsoreninteresse.
Der Rennkalender wurde frühzeitig veröffentlicht. Die CCWS expandiert
mit den Rennen in Zolder und Assen nach Europa, um dort neue Geschäftskontakte
zu knüpfen. Nicht zuletzt auf Grund der boomenden Wirtschaft in
Asien wurde erneut ein Rennen in China geplant. Ferner gab es neue
Events in Las Vegas, Phoenix und St. Jovite.
Vor allem aber wurde der Panoz DP01 angepriesen. Ein neues, kostengünstiges
Chassis für das Jahr 2007. In Verbindung mit den von Champcar etablierten
„Option Tires“ und dem „Power-to-Pass-Button“ versprach man sich
auch auf den engen Stadtkursen dramatische Rennen. Stolz verkündete
man bereits im August 2006 bei der Veröffentlichung des Panoz in
San José zwei neue Teams und prognostizierte, den seit Jahren rückläufigen
Carcount abzufangen und mit 22 bis 24 Autos in die Saison 2007 zu
starten. Die euphorische Vorfreude auf die Saison wurde perfekt
gemacht, indem man große Sponsoren ankündigte und Paul Stoddard
mit seinem Minardi Team in der Champcar-Gemeinde begrüßte.
Doch innerhalb weniger Monate hat sich der Wind gedreht. Es scheint,
als hätte sich die Motorsportwelt gegen die CCWS verschworen. Trotz
des neuen Autos und der angekündigten Teams fiel der Carcount auf
ein Rekordtief von 17 Fahrzeugen. Die Ursache für dieses Desaster
ist mangelndes Sponsoreninteresse. Eines der neuen Teams hat keine
Gönner gefunden und ist wie vom Erdboden verschwunden, während Paul
Stoddard sich in das bereits vorhandene CTE HVM-Team einkaufte.
Conquest Racing, Rocketsport und RuSport konnten aus finanziellen
Gründen nur ein Auto an den Start bringen. Als einzig neues Team
blieb somit nur Pacific Coast Motorsport.
Die Enttäuschung bei allen Beobachtern der Serie war riesig, als
sich abzeichnete, dass das neue Auto und der TV-Deal nicht den erwünschten
Effekt erzielten. Bei Champcar wiegelte man die Probleme ab. Man
betonte, dass im Gegensatz zu den vergangenen Jahren keine Teams
subventioniert würden und das Starterfeld daher zwar klein aber
stabil sei. Davon kann jedoch nicht die Rede sein, viele Teams haben
chronischen Sponsorenmangel und auch die CCWS selbst hat keine entsprechenden
Geldgeber auf seiner Seite.
Ford ist als Seriensponsor zu Beginn des Jahres ausgestiegen und
auch Bridgestone erscheint nicht mehr im Namen der CCWS. Ein neuer
Sponsor ist nicht in Sicht, lediglich Mazda ist der offizielle Fahrzeuglieferant
von Champcar.
Auch der Rennkalender sollte nicht das halten, was er versprach.
Noch vor Beginn der Saison musste das Rennen in Denver abgesagt
werden. Der Promotor machte Verluste und warf das Handtuch. Doch
damit nicht genug. Der ursprüngliche Promotor des China-Rennens
kam laut Champcar seinen Pflichten nicht nach, so dass man einen
neuen Promotor engagierte. Der entstandene Zeitverlust konnte nicht
kompensiert werden, so dass das Rennen von Mai auf Oktober verschoben
wurde. Kalkhoven und Co haben die Rechnung jedoch ohne die FIA gemacht,
welche sich aufgrund des zeitnahen Formel 1-Rennens querstellte.
Somit scheiterte der Versuch in Asien ein Rennen zu fahren zum dritten
Mal in Folge.
Doch das größte Problem der Champcar World Series ist die verloren
gegangene Glaubwürdigkeit. Man hat im Vorfeld der Saison große Versprechungen
gemacht und somit die Erwartungen der Journalisten, Fans und Sponsoren
in die Höhe getrieben. Umso zyklopischer ist nun die Enttäuschung
bei all denen, die Champcar liebten und auf eine rosige Saison 2007
hofften.
Diese Enttäuschung entlädt sich in Form von schlechter Presse.
Dabei werden positive Entwicklungen der Serie nur allzu gern übersehen.
Die Tatsache, dass die Rennen durch den neuen Panoz die Besten seit
Jahren sind, geht komplett unter. Neue Talente wie Will Power, Robert
Doornbos aka Bobby D., Graham Rahal und Simaon Pagenaud sind der
Öffentlichkeit kein Begriff. Und die gut besuchten „Festivals of
Speed“ sind nur wenigen Medienvertretern einen Bericht wert.
Auch die Tatsache, dass man Probleme mit den Europarennen wie zum
Beispiel eine Terminverschiebung für das Zolder-Rennen und eine
Anwohnerklage gegen den Lauf in Assen gelöst hat, fällt aufgrund
der vielen Enttäuschungen nicht ins Gewicht.
2008 - Nach 4 Jahren Champcar unter der Federführung Kalkhovens
wird die Serie in die Insolvenz gestürzt. Nachdem es nicht gelungen
war die Einschaltquoten zu steigern und somit Sponsoren aus blieben,
entschloss man sich für eine Vereinigung mit der konkurrierenden
IRL. Somit ist die Rennserie, welche das Indy 500 groß machte und
den US Openwheelsport in den letzten 40 Jahren prägte, nur
noch ein Teil der Motorsportgeschichte.
2009 – Tony George wird am IMS entmachtet und zieht sich daraufhin
auch als CEO der IRL zurück. Mit der IZOD Indycar Series beginnt
eine neue Ära im amerikanischen Formelsport welche auch durch viele
ehemalige Champcar Teams geprägt wird.
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